Chronik

Aus einer Schuhfabrik wurde eine moderne Bildungseinrichtung

Aus der ältesten Schuhfabrik Europas, der traditionsreichen Schuhfabrik „CONRAD TACK“ wurde nach aufwendigen Umbauarbeiten ein moderner Berufsschulkomplex.

„Burg, die alte und geschichtsträchtige Stadt, hat vermutlich ein neues Wahrzeichen bekommen.“ „Eine Sehenswürdigkeit ist das neue Schulgebäude der Berufsbildenden Schule des Landkreises Jerichower Land allemal.“

„Die Basis für eine prosperierende Wirtschaft waren und bleiben gut ausgebildete Facharbeiter“. „Mit dem Bau dieses Zentrums schuf der Landkreis neue Möglichkeiten, die Qualität und die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern.“

Im Untergeschoss im Haus 3 kann man sich bei Interesse zur Geschichte der Schule informieren. Dazu einfach im Sekretariat Schulleitung telefonisch anmelden.

(Auszüge aus den Festreden zur Eröffnung der neuen Schule am 24. August 2000)

Auszüge aus der Chronik der Berufsbildenden Schulen:

12.05.1905

Eröffnung gewerbliche Fortbildungsschule

Eine gewerbliche Fortbildungsschule wird im Schulsaal der Mädchen-Volksschule eröffnet. Die 206 Schüer wurden anfangs auf 6, später auf 8 Klassen verteilt. Es gab die Berufsgruppen: Metallarbeiter, Bauhandwerker, Gerber und Färber, Schuhmacher und Stoffarbeiter, Buchgewerbe und Maler, Bäcker und Fleischer etc. Holzarbeiter, Schüler von Berufen mit geringer Begabung (Vorklasse). Alle Schüler erhielten ursprünglich an vier Wochentagen von 7.00 – 8.00 Uhr Unterricht, später an zwei Wochentagen von 6.00 – 8.00 Uhr. Zeichenunterricht gab es anfangs in fünf Klassen am Sonntag von 11.00 – 13.00 Uhr.

12.05.1905
1907

Gewerke vollständig vertreten

Mit Beginn des Schuljahres trat der 3. Jahrgang in die Schule ein, somit waren alle Gewerke vollständig vertreten. Die Anzahl der Klassen stieg auf 22, die der Schülerzahlen auf ca. 600.

1907
1912

Neuer Lehrplan

Zu Beginn des Schuljahres wurde ein neuer Lehrplan vorgelegt, so dass u. a. die Wochenstunden auf sechs anstiegen und einige Klassen Turnunterricht bekamen.

1912
1914

Ausbruch des 1.Weltkrieges

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges nimmt die Bedeutung des Schulalltags ab, da die Menschen vorrangig die Verteidigung des Vaterlandes in den Köpfen haben.

1914
1934

Erlass über Staatsbürgerkunde

Mit dem Wahlsieg der NSDAP kommt es zu einem Erlass über die Staatsbürgerkunde, der Anregungen über die Einführung eines Unterrichtsfaches der Gemeinschaftskunde beinhaltet.

1934
15.01.1945

Einstellung des Berufsschulunterrichts

Einstellung des Berufsschulunterrichtes. Das Gebäude an der Zerbster Promenade wird als Kaserne genutzt, später als Hilfslazarett und als Flüchtlingslager. Im Juni wird auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands veranlasst, den Berufsschulunterricht wieder aufzunehmen, damit die Jugendlichen wieder einer zweckgerichteten Tätigkeit nachgehen.

15.01.1945
23.06.1945

Der Unterricht beginnt

Der Unterricht beginnt mit vier Lehrkräften und etwa 250 Schülern mit sechs Wochenstunden. Standorte sind VEB Maschinenbau (ehemals Feinmechanische Werkstätten), HO-Kaufhaus und die spätere POS „Klara Schwab“. Die Berufsschule erhält den Namen Verbands Berufschule Burg.

23.06.1945
01.12.1946

Nebenstelle in Ziesar eröffnet

Eine Nebenstelle öffnet in Ziesar. Umzug der gewerblichen Abteilung in das Berufsschulgebäude Zerbster Promenade. Die kaufmännische Abteilung befindet sich jetzt in der ehemaligen katholischen Schule.

01.12.1946
17.06.1947

Nebenstelle in Gommern eröffnet

Eine weitere Nebenstelle öffnet in Gommern.

17.06.1947
01.01.1948

Nebenstelle in Gut Lübars eröffnet

Zusätzlich öffnet die Nebenstelle in Gut Lübars (Jugendwerkhof). Die Gewerbliche und kaufmännische Abteilung zieht in die POS „Klara Schwab“ (Hauptgebäude). Unterricht für landwirtschaftliche Berufe wird in der Zerbster Promenade neu aufgenommen. Die Regierung erhob die Forderung auf Einführung von Zusatzunterricht in Deutsch, Mathematik, Physik und Chemie. Damit wurde die Wochenstundenzahl von sechs auf zwölf angehoben und der 2. Berufsschultag eingeführt.

01.01.1948
01.04.1949

Nebenstelle in Loburg eröffnet

Nebenstelle in Loburg eröffnet.

01.04.1949
05.07.1949

Selbstständige Kreisberufsschulen

Nebenstellen in Gommern, Loburg und Ziesar werden zu selbständigen Kreisberufsschulen mit eigenen Nebenstellen. Die Berufsschule in Burg wird umbenannt in „Städtische Berufsschule Burg“. Von der privaten Wirtschaft und vom Handwerk können nicht genügend Lehrlinge eingestellt werden, deshalb erhalten die Berufsschulen Lehrwerkstätten angegliedert, die die praktische Ausbildung mit übernehmen. Im ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager in der Niegripper Chaussee werden je eine Holz-, Metall- und Schneidereilehrwerkstatt eingerichtet.

05.07.1949
17.09.1950

Umzug in das neue Schulgebäude

Umzug aller Abteilungen aus Burg in das neue Schulgebäude an  der Niegripper Chaussee

17.09.1950
1953

Trennung der Städtischen Berufsschule

Trennung der Städtischen Berufsschule in eine Gewerbliche und eine Allgemeine Berufsschule. Auflösung der Lehrwerkstätten; sie werden staatlichen Betrieben angegliedert. Leere Werkstätten werden für den Sportunterricht genutzt.

1953
1960

Gewerbliche Berufsschule

Gewerbliche und Allgemeine Berufsschule werden wieder zu einer Gewerblichen Berufsschule Burg vereint.

1960
1966

Aufteilung der Berufsschule

In der Berufsschule entstand im Nordflügel wieder eine Allgemeine Berufsschule und im Südflügel eine Gewerbliche Berufsschule, vereint mit der Landesberufsschule für Splitterberufe.

1966
1970

Kommunale Berufsschule

Gewerbliche und Allgemeine Berufsschule werden zur kommunalen Berufsschule Burg umprofiliert

1970
1981

Zuordnung BbS des Volksgutes Stresow

September: Zuordnung der Betriebsberufsschule des Volksgutes Stresow zur Kommunalen Berufsschule Burg

1981
1985

Beginn Rekonstruktion Gebäude B

Oktober: Beginn der Rekonstruktion Gebäude B.

1985
1986

Übergabe Gebäude B

Übergabe Gebäude B und Beginn der Sanierung im Gebäude A.

1986
1988

Übergabe Gebäude A

September: Übergabe Gebäude A. An der Schule wurden 610 Schüler in 38 Klassen von 35 Lehrern unterrichtet.

1988
1990

Integration der Betriebsberufsschulen in die BbS des LK Burg

Rekonstruktion der zentralen Hilfsberufsschule
Gebäude A.
Integration der Betriebsberufsschulen in die Berufsbildende Schule des Landkreises Burg: BbS Schuhfabrik „Roter Stern“, Burg, BbS des ZRAW Gommern, BbS OGEMA Gerwisch, BbS Forstschule Magdeburgerforth, BS VEB Walzwerk Burg, zentrale Hilfberufsschule Burg, BS des Jugendwerkhofes.

1990
1992

Zuordnung der Ingenieurschule Gerwisch

Zuordnung der Ingenieurschule für Lebensmitteltechnik Gerwisch.

1992
1993

Zusammenführung der BbS Burg und Genthin

Zusammenführung der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Burg und Genthin. Der Bildungsgang „Fachgymnasium“ wird im Schulentwicklungsplan Standort Genthin, Berliner Chaussee bestätigt.

1993
1995

2.049 SuS werden von 72 Lehrern an 8 Standorten unterrichtet

2049 Schüler werden von 72 Lehrern an 8 Standorten unterrichtet.
Die Standorte sind:
1. Burg, Niegripper Chaussee 13
2. Burg, Niegripper Chaussee 18
3. Burg, Magdeburger Straße 25
4. Burg, Schulstraße 1
5. Genthin, Berliner Chaussee
6. Genthin, Straße der Freundschaft 56
7. Gerwisch, Bahnhofstraße 7
8. Magdeburgerforth, Forststraße
Die Standorte befinden sich alle in einem schlechten Zustand, für drei Standorte wurde eine begrenzte Betreibungsdauer vom Regierungspräsidium erteilt. Im März werden von der Schulleitung umfangreiche Materialien für eine Verbesserung der baulichen Situation erarbeitet.
3. Juni: Dem Bildungsausschuss werden drei Varianten vorgelegt: Neubau, Anbau und Umbau. Der Bildungs- und Kulturausschuss beauftragt die Kreisverwaltung bis nach der Sommerpause die vorgestellten Varianten zu prüfen, so dass dann die weitere Planung in die Wege geleitet werden kann.

1995
1996

Beschluss für Berufsbildungszentrum in der ehemaligen Schuhfabrik

September: Der Kreistag fasst den Beschluss, ein Berufsbildungszentrum in der ehemaligen Schuhfabrik zu bauen. Dazu werden Fördermittel beantragt.
Dezember: Es erfolgt der Zuwendungsbescheid vom Landesförderinstitut. 53 Millionen Mark werden investiert. 80 Prozent fördert die Europäische Union. Sieben Gebäude müssen abgerissen werden. Die Zustimmung dafür gibt das Landesamt für Denkmalpflege Halle und die Untere Denkmalschutzbehörde. Das Berufsschulgebäude ist 28.707 Quadratmeter groß. In den fünf Gebäuden werden 41 allgemeine Unterrichtsräume, 20 Fachkabinette, 9 Labore und 6 Werkstätten untergebracht.

1996
08.11.1997

Landkreis kauft ehemalige Schuhfabrik

Die Landes-Treuhand verkauft die ehemalige Schuhfabrik an den Landkreis.

08.11.1997
26.03.1997

Offizieller Startschuss der Baumaßnahmen

13.00 Uhr: Offizieller Startschuss der Baumaßnahmen und Enthüllung des Bauschildes im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner.

26.03.1997
30.10.1998

Grundsteinlegung Sporthalle

Grundsteinlegung für die Sporthalle. Es entsteht eine moderne Dreifelder-Sporthalle mit Außenspielfeld und 100-m-Laufbahn.

30.10.1998
1999

Baustellenbesuch von der EU-Komissarin und dem MP

Mai: EU-Kommissarin, Monika Wulff-Mathies, und Ministerpräsident, Dr. Reinhard Höppner, besuchen die Baustelle.

1999
24.08.2000

Feierliche Einweihung der neuen Schule

Zum Schuljahresbeginn 2000/2001 ist der Bau beendet. Räume und Labore sind von den Lehrkräften eingerichtet.Die neue Schule wird feierlich eingeweiht.

24.08.2000
09.04.2026

Tag der Vielfalt und Schuljubiläum

Das Schuljahr 2025/26 wurde zum Jubiläumsjahr unter dem Motto WIR. FEIERN. VIELFALT. Es wurden 120 Jahre Berufsausbildung im Jerichower Land begangen und die Vielfalt der Berufswege, an den BbS „Conrad Tack“ des LKJL gestartet sind, gefeiert.

09.04.2026
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